IBM holt im Prozessor-Rennen auf - mit Unterstützung von Nvidia.

14.06.2017

Die Minsky-Konfiguration: Nvidias NVLink-Technologie zwischen CPUs und GPUs ermöglicht den schnellen Zugriff auf grosse Datensätze im Systemspeicher. (Grafik IBM)

IBM-Supercomputer haben schon vor Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Trotzdem geriet IBM im Rennen um Powerprozessoren ins Hintertreffen; Intel versorgt rund 90 Prozent des Server-Marktes mit Chips. Das könnte sich bald ändern.

Das IBM-Projekt begann vor vier Jahren mit einer Partnerschaft zwischen IBM und Nvidia. Es ging darum, das von Nvidia entwickelte NVLink-Kommunikationsprotokoll [1]zur Beschleunigung des Datentransfers zwischen IBM-Prozessoren (CPUs) und Nvidia Grafik-Prozessoren (GPUs) zu nutzen. Das Resultat wurde Ende letzten Jahres vorgestellt: IBM Power System S822LC für Hochleistungsdatenverarbeitung. Das System kuppelt zwei IBM Power8-Prozessoren mit vier  NVIDIA Tesla P100 GPU-Beschleunigern. Alle diese Einheiten sind per Nvidia NVLink verbunden. GPU-beschleunigte Datenverarbeitung, also ein Grafik-Prozessors zusammen mit einer CPU, kommt vor allem in der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz. Das System wurde deshalb nach Marvin Minsky, dem im letzten Jahr verstorbenen amerikanischen KI-Pionier, benannt. 

Minsky ist superstark und superschnell

Inzwischen haben die neuen IBM-Hochleistungsrechner bereits bewiesen, dass sie enorm leistungsfähig und schnell sind. [2] Sie wurden nämlich zur Simulation eines  ExxonMobil-Ölfeldes eingesetzt. Ein “konventioneller“ Cray Supercomputer[3], bestehend aus 716‘800 Prozessoren, hatte die gleiche Simulation sechs Wochen früher durchgeführt und dafür 20 Stunden gebraucht.[4]

Die IBM-Systeme benötigten nur einen Bruchteil dieser Zeit und viel weniger Ressourcen. 30 IBM Server, gebaut mit je zwei Power8-CPUs und vier  Grafik-Prozessoren (GPUs), schafften die Simulation in weniger als zwei Stunden. Die ganze Anlage war gerade mal halb so gross wie ein halber Ping-Pong-Tisch, während die Cray-Rechner die Fläche eines halben Fussballfeldes in Anspruch nahmen und für die gleiche Aufgabe zehnmal mehr Energie verbrauchten.

Man darf also davon ausgehen, dass der Marktanteil der IBM-Serverprozessoren mittelfristig ansteigen wird – gemäss Presseberichten gingen bei IBM bereits zahlreiche Bestellungen von multinationalen Unternehmen und Grossinstitutionen für die neuen Server ein. IBM rechnet vor, dass die Minsky-Server 30 Prozent weniger kosten und 80 Prozent mehr leisten als ähnlich konfigurierte Intel-Systeme.

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