Leading Edge Blog



Vom “Krebsgeschwür“ zur Business-Strategie: Microsoft liebt Linux

Marco Reichmuth - 06.06.2017


Microsoft und Open Source


Im Jahr 2001 bezeichnete Microsoft CEO Steve Balmer Linux noch als “Krebsgeschwür“. 2014 erklärte der nachfolgende Microsoft-CEO Satya Nadella: “Microsoft loves Linux“.  Und heute? Das Unternehmen öffnet sich gegenüber Open-Source und wurde Ende des letzten Jahres sogar Mitglied der Linux Foundation. Neben Ubuntu, sollen auch die Linux-Distributionen Suse und Fedora bald im Windows-Store angeboten werden.

 

Microsoft will mit Open-Source-Software funktionieren

Der Sinneswandel bei Microsoft kam nicht von heute auf morgen, hat aber viel mit dem Geschäftsverständnis von Satya Nadella zu tun. Dieser gab zu Protokoll, er sei nicht daran interessiert, alte Streitigkeiten fortzusetzen, weil Linux längst zu einem wichtigen Teil heutiger Business-Technologien geworden sei. Diesen Worten liess Nadella Taten folgen. Das Ziel: Microsoft-Produkte sollen mit Open-Source-Software funktionieren.
 

Heute liegen die geschäftlichen Schwerpunkte des Unternehmens nicht mehr nur bei Betriebssystemen und Programmen auf PCs, sondern in der Cloud – das Geschäft mit Azure aber auch mit Office 365 gehört dazu. Dass nun auch Linux eine wichtige Rolle spielt, hängt damit zusammen, dass das Betriebssystem sehr verbreitet eingesetzt wird – auch in der Azure Cloud, wo der Linux-Anteil gemäss Microsoft-CEO Nadella einen grossen Teil aller Anwendungen ausmache; ein Drittel aller virtuellen Maschinen in der Microsoft-Cloud laufe bereits mit Linux.
 

Microsoft hat sich auch in der Windows-Programmierung immer mehr an Linux angenähert. Der Konzern gab kürzlich bekannt, dass bereits heute die grosse Mehrheit aller Windows-Entwickler Git Version Control System einsetzen. Git ist ein Versionsverwaltungssystem welches als Open-Source zur Verfügung gestellt wird.  Es war 2005 vom Linux-Gründer Linus Torvalds entwickelt worden, um den Programmiercode für Linux zu verwalten. Das Windows-Git-Repository[1]  enthält heute bereits mehr als 3,5 Millionen Codezeilen die rund 300 Gigabytes umfassen.

 

Die Microsoft-Strategie löst viel aus

Laut einem Bericht der Netzwoche hat die Microsoft-Open-Source-Strategie auch in der Schweiz einiges ausgelöst[2]. Demgemäss wählen immer mehr Schweizer KMU Azure, wenn es darum geht, ihre Linux-Workloads in die Cloud zu verlagern. Und auch bei Red Hat, dem grössten Open-Source-Anbieter für Enterprise-Kunden, freut man sich über die neue Microsoft-Strategie. Man gewinne dank der Nähe zu Microsoft neue Kunden, und das Geschäft mit Azure habe stark angezogen.

 

Obwohl sich der Betriebssystem-Gigant Microsoft klar Richtung Open Source bewegt, glauben Experten nicht daran, dass Windows bald als Open-Source-Lizenz verfügbar wird. Linux hingegen, werde wohl stetig weiterentwickelt, bis Windows auch auf dem Desktop verschwinde, glaubt Matthias Stürmer vom Verein CH Open.
 

Auch Microsoft scheint auf Linux zu setzen und mit Open-Source-Knowhow Wachstum anzustreben. Bis jetzt geht die Strategie auf. Auch Steve Ballmer, der frühere Linux-Hasser und Microsoft Boss, hat einen Sinneswandel vollzogen[3]: Heute findet er Offenheit und Linux eine gute Geschäftsidee für Microsoft.

 

UMB kann auf umfassendes Expertenwissen und lange Erfahrung mit Microsoft, aber auch mit Unix/Linux zurückgreifen. Auch bei Microsoft sind wir seit Jahren Experten, bei der Cloud-Plattform Azure von Anfang an dabei und führender Schweizer Office-365-Anbieter. Gerne unterstützen wir Sie in diesen Themen und zeigen Ihnen auf, wie Ihr Business von Azure und Open Source profitieren kann. Denn Open Source heisst nicht auf professionellen Support zu verzichten. Kontaktieren Sie uns jetzt.

 

 

[1] Microsoft hosts the Windows source in a monstrous 300GB Git repository; ars technica

[2] Das neue Microsoft – und wie die Schweizer Open-Source-Community davon profitiert; netzwoche

[3] Linux ist für Steve Ballmer kein Krebsgeschwür mehr; heise online