NFT-Uhren: Virtuelle Zeitmesser für den virtuellen Raum

Non-fungible Tokens (NFTs) sind als digitale Vermögenswerte und Sammlerstücke nicht nur im Gespräch, sondern voll im Trend. Musik, Kunst, Tweets oder Uhren werden als digitale Originale für sehr viel Geld verkauft. Gerade wenn es um Uhren geht, scheint der Markt unersättlich zu sein – auch im Uhrenland Schweiz.

 

Foto: Beyer

Es gibt sie ungefähr seit 2014, und die Experten sind sich, wie auch beim Krypto-Währungsboom, immer noch nicht einig, ob es sich bei NFTs um eine moderne Tulpenmanie[i] oder eine grossartige Investitionsgelegenheit handelt. Viele Investoren haben die Frage für sich selbst allerdings längst beantwortet: Der NFT-Markt war im letzten Jahr bereits 15,70 Milliarden US-Dollar (15 Milliarden Franken) wert und soll bis 2028 122 Milliarden Dollar erreichen. Ein Non-fungible Token - wörtlich übersetzt eine nicht-austauschbare Wertmarke - ist ein digitaler Vermögenswert, der ein Objekt abbildet, das real existiert oder existieren könnte. NFTs werden online gehandelt, meistens mit Krypto-Geld bezahlt und in der Regel mit der gleichen Software verschlüsselt, wie Krypto-Währungen.  Ein berühmtes Beispiel liefert Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey, der im letzten Jahr seinen allerersten Tweet vom 21. März 2006 als NFT verkaufte - für mehr als 2,9 Millionen Dollar. Zwar können wir alle auf Jacks Twitter-Feed diesen Tweet jederzeit anschauen («just setting up my twttr»). Der Käufer des NFTs kann aber mit Recht behaupten, dass er das Original dieses Tweets besitzt.

 

Traditionell und virtuell: NFTs von der Zürcher Bahnhofstrasse

Auch in der Schweiz, dem typischsten aller Uhrenmacher-Länder, werden NFTs hergestellt und verkauft. Das 260 Jahre alte Zürcher Uhren-Unternehmen Beyer Chronometrie hat anfangs Jahr eine einzigartige NFT-Uhrenkollektion lanciert, die blitzschnell ausverkauft war[ii]. Verschiedene Designer hatten sie sich von der Mode-, der Gaming- und der virtuellen Welt inspirieren lassen und schufen für Beyer faszinierende, fantasievoll-verspielte virtuelle Unikate. Unter den Kreativen befinden sich prominente Namen, zum Beispiel Simon Husslein, Professor für Innenarchitektur an der Hochschule für Kunst und Design in Genf, der bereits Uhren für Marken wie Braun, Nomos Glashütte und Ventura entworfen hat und Niklaus Hodel, der auch Schuhe und Sneakers für die Modehäuser Louis Vuitton, Givenchy oder Maison Margiela entwickelt. Beim Verkauf der NFT-Kollektion wurde Wert daraufgelegt, nicht nur eine Krypto-affine Zielgruppe anzusprechen. Deshalb konnte die erste, limitiert Edition sowohl mit Krypto-Geld als auch ganz traditionell per Kreditkarte erworben werden. Das Konzept funktionierte hervorragend: Die ersten 100 virtuellen Zeitmesser der Time Warp Collection waren in sieben Minuten ausverkauft. Inzwischen stehen die nächsten 30 Modelle in Form von 382 NFTs zum Verkauf bereit[iii].

 

Eine echte Uhr – mit dem NFT-Gegenstück

Natürlich gibt es auch bei den NFT-Uhren absoluten Luxus – sprich, sehr teure Stücke. Dafür steht zum Beispiel der amerikanische Juwelier Jacob & Co.  Das Unternehmen lancierte im Frühling eine Kollektion von acht Uhren, die von den Planeten des Sonnensystems inspiriert und nach ihnen benannt sind[iv]. Ein Teil der Modelle wurde als einmalige physische Zeitmesser mit dazugehörigen NFTs produziert, andere ausschliesslich als NFTs. Alle physischen und digitalen Uhren werden auf UNXD.com verkauft. Schon Im April 2021 war Jacob & Co. die erste Luxusuhrenmarke, die einen NFT-Zeitmesser auf den Markt brachte. Er wurde bei einer für Auktion für 100’000 Dollar verkauft.

Einer der produktivsten NFT-Uhren-Designer ist, gemäss Uhrenmagazin Chrono24, Jesus Calderon aus Chicago, der auf der Plattform OpenSea – dem grössten NFT-Marktplatz der Welt – digitale Uhren anbietet[v]. Calderon lässt sich von berühmten Uhren-Modellen wie der Rolex Daytona oder Submariner inspirieren. Sein Ziel ist es, 1000 NFT-Uhren zu kreieren und zu verkaufen.

 

Investieren, sammeln, prahlen, dazugehören

Was bewegt Menschen, viel Geld für eine virtuelle Uhr auszugeben, die man weder tragen noch anderweitig berühren kann? NFT-Uhren stellen für Sammler eine Wertanlage dar. Gemäss Modemagazin Tatler geben NFT-Uhren, die als digitaler Ersatz für echte Uhren dienen, Sammlern «das Recht zu prahlen» (bragging rights)[vi]. Für innovative Uhrenhersteller, könnten sie aber auch als Vehikel dienen, um den Hype um extrem seltene Sammlerstücke, die sonst unerreichbar sind, wiederzubeleben oder als Wearables im Metaversum zu dienen. NFT-Uhren können aber auch als digitale Mitgliedschaft oder Eintrittskarte zu exklusiven Vorteilen und Veranstaltungen genutzt werden – was die meisten exklusiven Hersteller so handhaben.

Wer beim NFT-Boom mitmachen möchte, braucht (in den meisten Fällen) nicht nur Geld, sondern auch ein digitales Wallet, um Kryptowährungen und NFTs zu verwahren. Ausserdem braucht es eine spekulative Ader. Denn, wie das Wirtschaftsmagazin Forbes schreibt, gebe es zu bedenken, dass der Wert eines NFT ausschliesslich davon abhänge, was jemand anderes dafür zu zahlen bereit sei[vii].

 

Creating time

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[i] Tulpenmanie – Wikipedia

[ii] Die erste Beyer NFT Kollektion

[iii] Time Warp Collection | BEYER X FTSY8

[iv] Jacob & Co. Launches NFT Collection Of Digital And Physical Watches

[v] Blase oder Investment? - Chrono24 Magazin

[vi] What Are NFT Watches? Here's What You Should Know | Tatler Asia

[vii] Non-Fungible Tokens Explained – Forbes Advisor