Ingress-nginx geht im März 2026 in Rente: Was Sie jetzt wissen müssen.

Die Kubernetes-Welt steht vor einer wichtigen Weichenstellung: Der weit verbreitete Ingress-Controller ingress-nginx wird von der Community in den Ruhestand geschickt. Viele Unternehmen betreiben produktive Workloads auf Basis dieses Controllers und stehen nun vor der Frage, wie es weitergeht – insbesondere im Rancher- und RKE2-Umfeld. SUSE reagiert auf diese Entwicklung mit einer klaren Supportstrategie und einem empfohlenen Migrationspfad hin zu Traefik.

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05.02.2026
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Alfred Vockinger
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Hintergrund: EOL von ingress-nginx

Die Kubernetes-Community hat angekündigt, den Community-Controller ingress-nginx spätestens im März 2026 in den End-of-Life-Status zu überführen. Ab diesem Zeitpunkt sind keine weiteren Releases, Bugfixes oder Security-Patches durch die Community zu erwarten, was das Sicherheits- und Betriebsrisiko in produktiven Clustern erhöht. Bereits heute ist absehbar, dass Organisationen mit geschäftskritischen Kubernetes-Workloads ihre Ingress-Strategie überdenken und mittelfristig auf eine alternative Lösung wechseln müssen.

 

Was SUSE-Kunden jetzt wissen müssen

Für Kunden im Rancher- und RKE2-Ökosystem bedeutet das Community-EOL nicht, dass sie unmittelbar ohne Support dastehen. SUSE plant, den Support für NGINX als Ingress-Lösung  mit ihrer Rancher Prime Lösung über den offiziellen Community-Zeitraum hinaus zu verlängern und so mehr Planungssicherheit zu schaffen. Konkret ist vorgesehen, Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates noch über das Jahr 2026 hinaus bereitzustellen und dadurch einen geordneten Übergang zu ermöglichen.

​Dadurch gewinnen Teams zusätzliche Zeit, um ihre Ingress-Architektur zu evaluieren, Migrationspfade zu testen und Change-Prozesse sauber zu planen, statt unter hohem Zeitdruck reagieren zu müssen.

 

Der empfohlene Weg: Migration zu Traefik

Als künftige Standardlösung im Rancher/RKE2-Kontext empfiehlt sich der Wechsel von ingress-nginx zu Traefik. Traefik unterstützt die moderne Kubernetes Gateway API und bietet gleichzeitig eine Kompatibilitätsschicht für wesentliche NGINX-Annotations, sodass viele bestehende Ingress-Ressourcen ohne vollständiges Rewrite weiterverwendet werden können. Das reduziert den Migrationsaufwand deutlich, da zentrale Funktionen wie TLS-Konfiguration, Authentifizierung, Load-Balancing-Optionen und CORS-Richtlinien über die unterstützten NGINX-Annotations weiterhin abgebildet werden.

Gleichzeitig eröffnet Traefik mittelfristig den Weg zu einer Gateway-API-basierten Architektur, ohne dass alle Veränderungen auf einmal erfolgen müssen. Viele Experten raten dazu, die Migration in zwei Schritte aufzuteilen: zuerst den Controller wechseln, dann in einem separaten Projekt die Gateway API einführen.

 

Nächste Schritte für Ihr Team

Damit Ihr Cluster gut vorbereitet ist, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen:

  • Bestandsaufnahme der aktuellen ingress-nginx-Konfigurationen und genutzten Annotations
  • Aufbau einer Testumgebung mit Traefik, idealerweise parallel zu bestehenden Rancher-/RKE2-Clustern
  • Validierung, welche NGINX-Annotations bereits durch Traefik unterstützt werden und wo Anpassungen nötig sind
  • Schrittweise Migration kritischer Workloads mit definierten Rollback-Szenarien, bevor die produktive Umgebung umgestellt wird.

Mit dem verlängerten Support-Zeitraum für ingress-nginx im Rancher/RKE2-Ökosystem erhalten Sie genügend Spielraum, um diese Migration sorgfältig zu planen und umzusetzen – ohne Abstriche bei Sicherheit und Stabilität.

Gerne unterstützt Sie das UMB Kubernetes Team bei der Analyse und der Umstellung auf weiterhin supportete Lösungen.​