Der KI-Goldrausch treibt die Hardware-Preise in die Höhe.
Die weltweite Entwicklung und Integration von künstlicher Intelligenz steigert die Nachfrage nach IT-Hardware und verursacht weltweite Engpässe. Grosse Cloud-Anbieter und Hyperscale-Cloud-Betreiber investieren massiv in Rechenzentren, was Preise und Lieferzeiten für Komponenten wie Speicher und Prozessoren in die Höhe treibt. Auch in der Schweiz spüren Unternehmen die Auswirkungen. Mit vorausschauender Planung lassen sich die Risiken aber minimieren.

Der KI-Superzyklus ist die neueste grosse Technologiewelle, die gegenwärtig auf fast alle Branchen, Dienstleistungen und Geräte überschwappt. Da sich KI rasant von spezifischen Anwendungsbereichen zu immersiven und autonomen Echtzeit-Systemen entwickelt, entstehen neue Anforderungen mit enormem Hardware-Bedarf. Hyperscaler wie Microsoft, Amazon, Google und Meta geben für ihre KI-Infrastrukturen Milliarden aus, um Modelle wie GPT oder fortschrittliche neuronale Netze zu trainieren und zu betreiben. Schon 2024 beliefen sich die Ausgaben für neue Data-Center auf 250 bis 290 Milliarden US-Dollar, 2025 betrug das Wachstum nochmals mindestens 60 Prozent. Auch 2026 wird sich der massive Investitionsboom in Hardware und Infrastruktur fortsetzen[i]: Halbleiter, Fertigungsanlagen und Stromversorger stehen im Zentrum.
Globale Lieferketten unter Druck
Die Investitionen konzentrieren sich auf energieintensive Systeme, die enorme Mengen an Rechenleistung erfordern. Hersteller wie Nvidia, AMD und Intel priorisieren KI-spezifische Komponenten wie GPUs und High-Bandwidth-Memory (HBM) und schränken die Produktion konventioneller Hardware ein. Globale Lieferketten geraten dadurch unter Druck.
Die Verschiebung zu physischer Hardware macht KI so systemrelevant wie Stromnetze oder Halbleiter. Für Unternehmen bringt diese Entwicklung höhere Kosten für Hardware-Beschaffungen und längere Lieferzeiten, insbesondere bei server- und storage-intensiven Systemen.
Preissteigerungen und Engpässe
Besonders hart trifft der KI-Boom Komponenten wie Arbeitsspeicher (RAM/DRAM), Prozessoren (CPUs), Speichersysteme (SSD/NAND) und Netzwerkkomponenten (NICs). DRAM- und NAND-Preise sind im vergangenen Jahr um 20 bis 60 Prozent gestiegen, und Analysten erwarten weitere Anstiege von 50 bis 60 Prozent für DDR4/DDR5 sowie 33 bis 38 Prozent für NAND Flash im laufenden Quartal[ii]. Ein 32-GB-DDR4-Kit, das 2025 noch für 72 US-Dollar erhältlich war, kostet heute über 260 US-Dollar. Der Grund: Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Produktion auf KI-spezifische Produkte umgestellt, was die Versorgung mit konventionellem Speicher einschränkt. SSD-Preise haben sich verdreifacht; ein 30-TB-Enterprise-SSD, der 2025 noch gut 3’000 US-Dollar kostete, schlägt heute mit rund 11’000 US-Dollar zu Buche. NAND-Hersteller planen noch im laufenden Quartal Preiserhöhungen von bis zu 100 Prozent. Der Preisanstieg für Speicher sei beispiellos, sagte Mike Howard, Analyst beim Forschungsunternehmen TechInsights gegenüber dem Wall Street Journal.
PC, Laptops und Smartphones werden teurer
Bei CPUs und Netzwerkkarten treten vergleichbare Engpässe auf, da KI-Workloads hohe Bandbreiten erfordern. TrendForce warnt aufgrund der KI-Nachfrage vor «scharfen Preisanstiegen». Kurzfristige Bestellungen sind besonders betroffen, da Hyperscaler Vorrang haben. Lieferzeiten schwanken je nach Hersteller. Die Knappheit könnte bis 2027 anhalten, da die Industrie ihre Inventare auf ein Polster von wenigen Wochen reduziert hat. Für Endkunden bedeutet das teurere PC, Laptops und Smartphones[iv]. Hersteller wie Asus, Dell, HP Inc. und Lenovo haben bereits Preisanpassungen angekündigt. Auch Apple-Chef Tim Cook äusserte sich zu dieser Entwicklung in einer Telefonkonferenz zu den aktuellen Geschäftszahlen und erklärte, Apple sehe sich mit Engpässen bei der Chipversorgung konfrontiert.
Schweizer Perspektive: Chancen in der Krise
In der Schweiz, wo Innovation und Präzision im Vordergrund stehen, bietet der KI-Superzyklus sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Die Schweiz ist spezialisiert auf hochpräzise KI-Anwendungen in Schlüsselbereichen wie Medizintechnik, Finanztechnologie und Umwelttechnologie. Eine Studie von Google und digitalswitzerland prognostiziert, dass KI bis 2034 ein jährliches Wertschöpfungspotenzial von bis zu 15 Milliarden Franken entfalten könnte, vor allem durch Effizienzsteigerungen in Forschung und Entwicklung[v]. Aktuell spürt allerdings auch der Schweizer IT-Markt die globalen Engpässe: Unternehmen wie Banken und Pharmafirmen kämpfen mit steigenden Hardware-Kosten und Lieferverzögerungen. Schweizer Data-Center-Betreiber investieren in energieeffiziente Lösungen, da der Strombedarf für KI-Rechenzentren die Netze belastet[vi].
Vorausschauend handeln für stabile Preise und Termine
Um die negativen Auswirkungen des KI-Superzyklus abzumildern, raten wir deshalb zu proaktiven Schritten. Planen Sie die Beschaffung von IT-Hardware frühzeitig und setzen sie ihre Pläne entsprechend der Bedarfssituation zeitnah um. Dadurch können Sie weitere Preissteigerungen abfedern und die Verfügbarkeit wichtiger Komponenten besser absichern.
Kontaktieren Sie UMB, um Ihren kurz- und mittelfristigen Beschaffungsbedarf zu planen und gemeinsam mit uns eine Strategie und Lösungen zu definieren.
[i] Why AI Companies May Invest More than $500 Billion in 2026 | Goldman Sachs
[ii] Memory Makers Prioritize Server Applications, Driving Across-the-Board Price Increases in 1Q26
[iv] Memory Pricing Report | TechInsights
[v] Accelerating innovation in Switzerland with AI | digitalswitzerland



