ChatGPT: Wenn AI plötzlich richtig intelligent und massentauglich wird.

Intelligente Killerroboter sind die KI-Kreationen der Zukunft, aus denen Albträume gemacht sind. Doch das Wort ist stärker als das Schwert – auch was künstliche Intelligenz betrifft. Ein Chatbot aus einem kalifornischen Labor mit viel Geld im Hintergrund (Sam Altman[i], Microsoft und Elon Musk sind drei der Namen, die diesem Zusammenhang auftauchen) ist so leistungsfähig, dass die Fachpresse in Jubelhymnen ausbricht – und die Website des Unternehmens wegen Millionen von Usern immer wieder überlastet ist.

 

«Es ist schwer, sich eine Welt ohne IT vorzustellen, da sie zu einem integralen Bestandteil unseres täglichen Lebens und der Art und Weise geworden ist, wie wir miteinander und mit der Welt um uns herum interagieren. Es ist jedoch möglich, sich eine Welt ohne IT in dem Sinne vorzustellen, dass die Menschen auch ohne den Einsatz von Computern und anderen elektronischen Geräten leben, arbeiten und funktionieren könnten. Auch wenn die Welt ohne IT sicherlich anders aussehen würde, wäre sie nicht unbedingt schlechter…»
Ironischerweise ist dies die Aussage einer Kreation der modernen IT. Autor des Textabschnitts ist der intelligente Bot ChatGPT aus dem Labor der amerikanischen Forschungsorganisation OpenAI, die sich auf die Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) spezialisiert hat. GPT ist ein Sprachmodell, das sehr brauchbare und grammatikalisch korrekte Texte erzeugen kann. Das Programm wurde mit Hilfe von maschinellem Lernen entwickelt und mit einem grossen Datensatz trainiert. Es kann für bestimmte Aufgaben fein abgestimmt werden.

 

Der Chatbot perfektioniert sich selbst – dank ständigem Lernen

GPT wurde mit Texten aus Büchern, Artikeln und Websites trainiert und ist in der Lage, Text zu generieren, indem es das nächste Wort in einer Sequenz auf der Grundlage der vorangehenden Wörter vorhersagt. Dies geschieht durch die Analyse von Mustern und Beziehungen in den Trainingsdaten und die Verwendung dieser Informationen, um Vorhersagen darüber zu treffen, welche Wörter wahrscheinlich als nächstes kommen werden. GPT kann für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt werden: darunter Sprachübersetzung, Zusammenfassungen und Texterstellungen. Ein GPT-Textbot kann auf ganz bestimmte Aufgaben abgestimmt werden: Zum Beispiel auf die Erstellung von Bildbeschreibungen oder die Beantwortung von Fragen. Das perfekte Einsatzgebiet eines Chatbots also, wie wir ihn bereits von verschiedenen Websites kennen. Allerdings ist ChatGPT einen Quantensprung voraus: Dank AI kann er sein Wissen ständig erweitern, so dass es schliesslich wirklich keine Fragen mehr gibt, die er auf einem bestimmten Gebiet nicht beantworten kann. Testen lässt sich ChatGPT auf der Website von OpenAI[ii].

 

Die KI-Zukunft hat begonnen

Was ChatGPT kann, ist verblüffend. Eine kurze schriftliche Bitte oder Anweisung genügt, und der gewünschte Text, ob Drehbuch, Werbetext, Slogan oder Zeitungsartikel wird generiert (siehe unten). Was das für die Zukunftsaussichten von Werbetextern oder Journalisten heisst, bleibt abzuwarten. Jedenfalls gibt es Experten, die erwarten, dass sich sogar Google schon bald mit der enormen disruptiven Kraft dieser Entwicklung auseinandersetzen muss[iii]. Schliesslich liefert GPT Antworten, nicht nur Suchergebnisse – etwas, das Google seit Jahren anstrebt, aber noch nicht erreicht hat. Einen grossen Unterschied gibt es allerdings: GPT ist (noch) nicht mit dem Internet verbunden. Sein gespeichertes Wissen wurde von Menschen programmiert.  Da er nur mit Daten bis zum letzten Jahr trainiert wurde, ist der Bot heute nicht auf dem aktuellsten Stand.
Im Übrigen sind es nicht nur Textverarbeiter die sich mit den Kreationen von Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen sollten. Auch Grafiker und Bildverarbeiter werden von Bots konkurrenziert. Einer davon ist zum Beispiel DALL-E[iv], ein ebenfalls von OpenAI entwickeltes Deep-Learning-Modell, das in der Lage ist, anhand eines Datensatzes von Text-Bild-Paaren aus Textbeschreibungen eine Vielzahl von Bildern in verschiedensten Stilarten zu generieren – und zwar in Sekundenschnelle. DALL-E funktioniert auf der Basis von künstlicher Intelligenz, die als generatives Modell bezeichnet wird. Das Modell ist in der Lage, neue Inhalte auf der Grundlage von Daten zu generieren, mit denen es trainiert wurde.  

 

«Ein Werkzeug, das entwickelt wurde, um Menschen zu helfen»

Dass sich Menschen von der Bot-Konkurrenz bedroht fühlen könnten, überrascht nicht. Aber ChatGPT gibt auf die Frage, ob seine Fähigkeiten eine Bedrohung darstellen, eine exzellent formulierte und beruhigende Antwort: «Als künstliche Intelligenz stelle ich keine Bedrohung für die Menschheit dar. Meine Hauptaufgabe besteht darin, Nutzer zu unterstützen, indem ich Informationen bereitstelle und Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworte. Ich bin nicht in der Lage, eigenständig zu handeln oder schädliches Verhalten an den Tag zu legen. Ich bin einfach ein Werkzeug, das entwickelt wurde, um Menschen zu helfen»…

 

[i]Sam Altman

[ii]New Chat (OpenAI)

[iii]Hype um ChatGPT - Was kann der Chatbot wirklich?

[iv]Login Dall-E OpenAI

Kostprobe eines AI-generierten Werbetextes

«UMB: Powering Your Digital Future» -dieser Slogan unterstreicht die Rolle von UMB bei der Unterstützung von Unternehmen und Organisationen in der Schweiz bei der Nutzung der neusten Technologien zur Förderung von Innovation und Wachstum. Er betont die Kompetenz des Unternehmens bei der Bereitstellung von IT-Lösungen, die es Betrieben ermöglichen, der Zeit voraus zu sein und die Anforderungen des digitalen Zeitalters zu erfüllen. Der Slogan vermittelt, dass UMB ein vertrauenswürdiger Partner ist, auf den sich Unternehmen verlassen können, um ihre digitale Transformation zu unterstützen und ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Der obige Slogan und die dazugehörige Erklärung wurden beide von ChatGPT generiert. Die Aufgabenstellung lautete: «Please write a slogan for UMB, one of the largest IT providers in Switzerland». Das Resultat, entstanden in zwei Sekunden (im Original in Englisch), ist beeindruckend.